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Diesmal habe ich nicht nur mein eigenes Interesse am „wirklichen“ Bulgarien gestillt, sondern bin auch als „Fremdenführer“ tätig gewesen. Gefühlte 90 Prozent der Urlauber am Sonnenstrand interessieren sich nicht für das „richtige“ Bulgarien, ihnen genügen das Meer, der Strand, das schöne Wetter und die vergleichsweise niedrigen Preise. Das will ich nicht kritisieren, jeder soll seinen Urlaub so verbringen, wie er gerne möchte. Ich freue mich jedoch, wenn sich Touristen auch für das eigentliche Bulgarien interessieren. Denn damit hat der Sonnenstrand als künstlich geschaffene Urlaubsdestination absolut nichts zu tun.

Im Hotel Sun Palace habe ich gleich vier Interessenten gefunden, nämlich David aus Crediton/Exeter und Ralf aus Köln sowie  Rolf und Petra aus Halle/Saale.


David, Ralf  und ich haben Kalin als Taxifahrer angeheuert und sind am ersten Tag vom Sonnenstrand aus durch die Dörfer Tankowo, Orizare, Gjulowza, Goriza, Prosenik und Sini Rid bis in die Ausläufer des Balkangebirges und zurück zum Sonnenstrand gefahren. Beeindruckt waren meine „Klienten“ von den Dörfern, in denen Hühner und Gänse frei umherliefen, und sich das dörfliche Leben noch auf Bänken vor Kaufhallen und auf großen Plätzen abspielte. In Gjulowza besuchten wir Kalins Privatgrundstück und wurden mit Honig aus eigenen Bienestöcken sowie selbstgebranntem Rakia bewirtet. Zu Mittag aßen wir in Goriza in einem kleinen und preiswerten Restaurant.


v.l.n.r. Ralf, ich, David


Unser Fahrer Kalin





Bei Kalin



Kalin misst den Alkoholgehalt


Dorfansicht







Mittagessen in Goriza





unterwegs



Am zweiten Tag fuhren wir zunächst die gleiche Strecke, wandten uns aber dann von Prosenik nach Ruen und von dort nach Aitos. Von Aitos aus fuhren wir in das Dörfchen Peschtersko, wo unser Taxi vermutlich Gesprächsstoff  für die nächsten Tage bot. Zumindest haben uns die Einwohner und die Hühner und Gänse sehr erstaunt angesehen. Zum Mittagessen fuhren wir nach Burgas ins Restaurant Balkan. Dies gehört Iwan, der bis voriges Jahr Chefkoch in unserem Hotel Sun Palace gewesen ist, und den wir von früheren Urlauben her kannten. Er und seine Tochter Gergana waren völlig erstaunt über unseren Besuch und haben sich sehr gefreut. In dem Restaurant kann man sehr gut und preiswert bulgarische Speisen genießen.      


Mit Iwan und Gergana in Iwans Restaurant















Petra und Rolf


Wir mieteten uns für drei Tage einen Toyota Yaris, mit dem wir Tagesfahrten ins Landesinnere unternommen haben. Am ersten Tag fuhren wir zunächst die schon bekannte Strecke nach Ruen, um einen Eindruck von den bulgarischen Dörfern zu gewinnen. Dann hielten wir uns allerdings nördlich Richtung Dobromir. Dort besichtigten wir die „Wunderbaren Felsen“ und fuhren danach nordwestlich nach Smjadowo. Wir befanden uns bereits nördlich des Balkangebirges, als wir an einem interessanten beschrankten Bahnübergang halten mussten.



Die Wunderbaren Felsen





Der Bahnübergang


Was wir nicht wollten, aber trotzdem erhielten, war ein Schock. Als der Zug vorbei war und die Schranke hochging, sprang unser Wagen nicht an!  Hinter uns hupte es ungeduldig, was den Yaris aber nicht störte. Er wollte einfach nicht! Was tun? Wir waren mitten in der Wildnis, und auch wenn es Handyempfang geben sollte, wie sollten wir unseren Standort beschreiben und wann würde Hilfe kommen? Nun, nach etlichen Minuten gab unser Leihwagen nach. So allmählich lernten wir: Wegen der elektronischen Wegfahrsperre sollten wir gleichzeitig den Zündschlüssel drehen und die Kupplung treten. Soweit die Theorie. Die Praxis war etwas anders: Erst mehrmals die Kupplung treten und dann die Gebrauchsanweisung beherzigen,  und schon klappte es beim zweiten Versuch.

Schließlich erreichten wir bei Smjadowo den Weselinowski-Pass, auf dem wir das Balkangebirge Richtung Süden überquerten. Dabei erlebten wir das nächste „Abenteuer“. In einem kleinen Dorf hielten wir an einem Restaurant, es war schließlich Mittagszeit. Und auf Toilette mussten wir auch. Und die war richtig schön bulgarisch! Na ja. Die Tischdecke wirkte auf den ersten Blick dreckig. Das war sie aber nicht, sie hatte nur einen Haufen Löcher, durch die wir den Tisch bewundern konnten. Dafür gab es keine Speisekarte. Dank meiner mit dem Wirt auf Bulgarisch geführten Verhandlung erhielten wir gegrilltes Schweinefleisch mit Beilagen und Getränke. Gott sei Dank gab es Flaschenbier! Ich bevorzuge eigentlich Bier vom Fass, aber hier war es mir so lieber! Das Essen war übrigens gut und preiswert. 20,70 Lewa sollten wir für alles bezahlen, also etwa 11 Euro. Wir gaben 23 Lewa woraufhin der Wirt heftig protestierte. Er wies auf das Geld und sagte „po-malko“ („weniger“). Ich war ratlos und rechnete die Rechnung nach. Der Betrag stimmte. Was wollte der Kneiper eigentlich? Sie werden es nicht glauben: Es war ihm zu viel Trinkgeld! Er schob mir zwei Lewa zu, wollte also nur 30 Stotinki (ca. 15 Cent) Tipp haben. Das wies ich nun zurück und schließlich nahm er das Geld. Die übrigen Gäste sahen übrigens so aus, als ob sie Karl Mays „In den Schluchten des Balkans“ entsprungen waren, malerisch und finster. Ohne Begleitung wäre mir wohl arg beklommen zumute gewesen. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass wir die ersten ausländischen Gäste in diesem Lokal gewesen sind und Gesprächsstoff für mehrere Tage boten.


Unterwegs







Nach unserem festlichen Mittagsmahl fuhren wir weiter südlich und stießen schließlich bei Karnobat auf die Hauptstraße Burgas – Sofia. Dieser folgten wir westwärts bis kurz vor Sliwen, von wo aus wir von unten „Die blauen Berge von Sliwen“ bewunderten. Danach ging es über die Hauptstraße zurück an den Sonnenstrand. Unterwegs hielten wir noch in dem Dörfchen Losenetz an einer neuen Raststätte (aus Richtung Sofia am Ortsausgang links, aus Richtung Burgas am Ortseingang rechts), die neben gepflegtem Service auch sehr gepflegte europäische Toiletten bietet, also sehr empfehlenswert ist. 

Der zweite Tag führte uns südlich von Burgas in das Strandja-Gebirge nach Malko Tarnovo und zur türkischen Grenze. Unterwegs hielten wir in Breschljan, ein malerisches und historisches Dörfchen, das auch Treffpunkt einer großen Jeepsafari war. Wir besichtigten die historische Schule und die Kirche und aßen in einem guten Restaurant mit typisch bulgarischen Speisen gut und preiswert zu Mittag.


Eingang zum Museum und zur Kirche in Breschljan



Hier saßen die Schüler



Die Lehrmittel



Hier saß der Lehrer



Das Restaurant



Von dem ebenfalls malerischen Städtchen Malko Tarnovo fuhren wir direkt in das Gebirge hinein, parallel zur türkischen Grenze Richtung Osten nach Zarevo am Schwarzen Meer. Obwohl die Straße auf der Landkarte als Hauptstraße eingezeichnet ist, wechselten Schlaglochpisten mit guten Asphaltstraßen. Für die ca. 60 Kilometer benötigten wir ungefähr drei Stunden. Wir fuhren durch Dörfchen, von denen man gar nicht vermutet, dass dort noch Menschen leben. Wenn weitab der bewohnten Gegend ein Pferd im Wald steht, dann befindet sich meistens ein Zigeunerlager in der Nähe, manchmal von der Polizei bewacht. Das haben wir natürlich nicht fotografiert. Mobile Grenzpolizeiposten gab es übrigens auch. Während wir unbehelligt blieben, wurde ein hinter uns fahrendes Auto zur Kontrolle heraus gewunken.




Die türkische Grenze







Kirche in Malko Tarnovo





Schließlich gelangten wir in Zarevo in die Zivilisation zurück. Nach einer kurzen Erfrischung fuhren wir auf der Küstenstraße heimwärts. Dabei ist der Begriff „Küstenstraße“ etwas irreführend, die Küste sieht man nämlich kaum. In Burgas hielt ich ebenfalls mit Rolf und Petra bei Iwan an, auch sie kannten ihn schließlich vom Vorjahr.

Nachdem wir an den ersten beiden Tage überwiegend die Landschaft und Natur genossen haben, sollte der letzte Tag den kulturelle Höhepunkt unserer Ausflüge bilden. Wir fuhren zeitig vom Hotel ab und bewegten uns auf der Hauptstraße Richtung Sofia bis Kasanlack.  Unterwegs erlebten wir dann doch noch unsere Polizeikontrolle. Auf dass Stoppzeichen hin fuhren wir rechts ran und warteten. Als der Polizist erschien, begrüßten wir ihn auf Deutsch mit einem fröhlichen „Guten Morgen!“. Man konnte richtig sehen, wie er innerlich zusammenzuckte. „Mist, Ausländer! Womit hab ich das verdient?“, so ähnlich wird er wohl gedacht haben. Er war sehr korrekt, überprüfte sehr zügig unsere Dokumente und wünschte uns „Dobar Pat!“  (Gute Fahrt!) und war sichtlich froh, uns wieder loszuwerden. Wir haben uns sehr amüsiert!

Von Kasanlack aus wandten wir uns nördlich zum Schipkapass. Am Fuße des Passes besichtigten wir in dem Städtchen Schipka die herrliche Gedächtniskirche. Anschließend fuhren wir den Schipkapass hinauf  zum Denkmal. Beide Sehenswürdigkeiten erinnern an einen entscheidenden Sieg der Russen und Bulgaren über die Osmanen im russisch-türkischen Krieg 1877/78, durch den Bulgarien von der fast 500 Jahre andauernden osmanischen Unterdrückung  befreit wurde.


Die Gedächtnislirche in Schipka





Das Denkmal auf dem Schipkapass




Vom Denkmal aus fuhren wir weiter Richtung Norden nach Gabrovo und von dort nach Trjawna, der Stadt mit dem malerischen Zentrum im Baustil der bulgarischen Wiedergeburtszeit. Von Trjawna ging es weiter westwärts, bis wir bei Woneschta Woda den Pass der Republik erreichten. Für die Fahrt von Gabrowo bis zum Pass der Republik benutzten wir übrigens keine Hauptstraßen, sondern fuhren auf kürzestem Weg direkt durch das Balkangebirge. Wir konnten sehen, dass es seinen türkischen Namen „Balkan“ (Bewaldeter Gebirgsrücken) zu Recht trägt. Auf Bulgarisch heißt dieses Gebirge übrigens  „Stara Planina“ (Altes Gebirge).   Dem Pass der Republik folgten wir dann südwärts bis wir wieder auf die Hauptstraße Sofia – Burgas stießen. Auf dieser ging es dann heimwärts, wobei wir wieder eine Polizeikontrolle erlebten, die ähnlich ablief wie am Morgen. Nach einer kurzen Pause in „unserer“ Raststätte in Losenetz (die Toiletten haben es uns angetan!) fuhren wir endgültig Richtung Hotel.  


Im Zentrum von Trjavna







 
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